Das Risiko taucht mit
Kuredu Island im nördlichen Teil des Lhaviyani-Atolls (Malediven), bekannt für seine traumhaften Tauchspots. In ca. 40 Minuten erreicht man die 150 km vom Flughafen Male entfernte Insel. Doch an diesem Tag erreichten aqua med keine erfreulichen Nachrichten aus dem Paradies ...
Marion B., eine erfahrene 54-jährige Taucherin aus der Nähe von Wiesbaden mit über 200 Tauchgängen, und ihr Ehemann genießen ihren Urlaub zusammen mit einem befreundeten Ehepaar. Vier Tage auf der Insel Biyadoo, bevor es für 10 Tage auf ein Safari-Boot gehen soll.
Marion unternimmt zusammen mit der Safariboot-Gruppe um die
3 Tauchgänge pro Tag. Doch Marion fühlt sich nach und nach
zunehmend müde und entdeckt seltsame Flecken auf ihrem
Körper, denen sie aber keine große Beachtung beimisst. „Ich
dachte, das wäre eine Sonnenallergie oder so was“, sagt
Marion heute. Ohne die bekannten „Taucherflöhe“ erkennt
Marion die ersten Warnzeichen nicht.
Am dritten Tag
und nach dem dritten Tauchgang (auf ca. 30 Meter Tiefe mit
Nitrox) passiert es: als Marion nach dem Tauchgang mit dem
Dhoni wieder zurück zum Safari-Boot fährt, bekommt sie
plötzlich einen starken Krampfanfall und wird bewusstlos.
Marions Bekannte sowie die Crew leisten sofort Erste Hilfe
und verabreichen Sauerstoff. Keiner weiß was passiert ist,
denn es scheint ein unauffälliger Tauchgang ohne besondere
Vorkommnisse gewesen zu sein. Das Boot macht sich umgehend
auf den Weg zur Insel Kuredu, wo Marion erneut einen
Krampfanfall erleidet. Die Situation ist ernst...
Der Anruf auf der aqua med Notrufhotline geht durch den
behandelnden Arzt von Kuredu Island ein. Er berichtet dem
aqua med Arzt, die Patientin sei in einem sehr schlechten
Zustand, sodass er eine weitere Behandlung vor Ort nicht
vertreten könne. Marion ist nur bei eingeschränktem
Bewusstsein, hat kaum Orientierung und weist schlechte
Vital-Parameter vor. Mit dem letzten Wasserflugzeug des
Tages wird Marion in das kleine Inselhospital auf die Insel
Male gebracht, wo eine Hirnblutung mittels CT ausgeschlossen
werden soll. Doch auch hier sind keine optimalen
Voraussetzungen für Marions weitere Behandlung gegeben.
Gemeinsam wird entschieden, Marion unter anästhesiologischer
Begleitung und Sedierung zusammen mit ihrem Mann umgehend
zur Behandlung in die Druckkammer nach Bandos zu bringen.
Die Entscheidung fällt auf eine Behandlung nach Tabelle 6
(ca. 5 Std. mit einer maximalen Behandlungstiefe von
18 Metern) mit Verlängerung auf insgesamt
8 Stunden. Zu dieser Zeit arbeitet ein erfahrener
Druckkammerarzt aus Deutschland in dem Krankenhaus; der
Austausch und die Behandlungen erfolgen reibungslos.
Doch
Marions Zustand verbessert sich nicht wie erhofft. Die Haut
zeigt deutliche Anzeichen einer DCS (Cutis marmorata =
fleckige, marmoriert aussehende Haut), was einen Tauchunfall
immer wahrscheinlicher erscheinen lässt. Marions rechte
Körperhälfte ist gelähmt, sodass auch ein Schlaganfall nicht
komplett ausgeschlossen werden kann.
Als der
behandelnde Arzt vor Ort Marions Ehemann auf das Schlimmste
vorbereitet und ihm berichtet, dass seine Frau
höchstwahrscheinlich eine bleibende Behinderung
(Sprachverlust und eine halbseitige Lähmung) davontragen
wird, ist dies ein riesiger Schock!
Marion wird per Boot in die ca. 20 Minuten entfernte
internationale Klinik nach Male transportiert, in der sie
auf die Intensivstation verlegt wird. Da Marions Ehemann
kein Englisch spricht, übernimmt der aqua med Arzt an der
Hotline alle weiteren Abstimmungen mit den behandelnden
Ärzten vor Ort.
Neben der akuten Behandlung gilt es
jetzt, den Rücktransport nach Deutschland zu planen und die
bereits angefallenen hohen Kosten zu begleichen. Die aqua
med Hotline ist auf Hochbetrieb, das Office in Bremen wird
hinzugeschaltet und alle Hebel in Bewegung gesetzt – das
Notfallmanagement ist in vollem Gange.
Ein
Ambulanzflieger von Male mit dem Ziel Frankfurt am Main wird
organisiert und Marion unter ärztlicher Begleitung auf den
Heimtransport vorbereitet.
Durch die
Druckkammerbehandlung ist der Stickstoff weitestgehend aus
Marions Körper verschwunden, auch wenn sie sowohl sensorisch
als auch motorisch noch extrem stark eingeschränkt ist. Doch
bereits auf dem Flug hat sich die Lähmung des rechten Armes
gebessert und Marion kann bereits eine Wasserflasche öffnen
– ein großer Erfolg!
Der Weitertransport vom Flughafen
in die Klinik wird ebenso organisiert wie die Übermittlung
der notwendigen medizinischen Berichte zur Weiterbehandlung
in der deutschen Klinik. Gleich nach der Landung wird Marion
in eine neurologische Fachklinik gebracht.
Nach 12 Tagen kann sie das Krankenhaus verlassen. In der folgenden Reha-Behandlung übt Marion wieder zu gehen und muss auch Dinge des alltäglichen Lebens von Neuem erlernen. Die Ärzte bescheinigen Marion große Fortschritte, sie kämpft sich buchstäblich zurück ins Leben. Dass die Genesung so gut vorangeht grenzt nahezu an ein Wunder, denn die Ärzte im Krankenhaus stellen bei Marion in der bildgebenden Diagnostik über 50 sogenannte „weiße Läsionen“ sowie ein „PFO“ (persistierendes Foramen ovale) fest.
Nach 5 Wochen wird Marion aus der Reha entlassen und kann wieder nach Hause. In der anschließenden ambulanten Rehabilitationsbehandlung macht Marion weiter gute Fortschritte.
Das PFO wird mit einem Schirmchen operativ verschlossen. Marion macht den ersten Tauchgang nach ihrem Unfall in Begleitung eines aqua med Arztes im Tauchturm Siegburg. Dieser führt bei ihr auch eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung durch und kann Marion eine eingeschränkte Tauchtauglichkeit (nach Maßgaben des Low-Bubble-Divings) attestieren.
Dass Marion am Ende großes Glück hatte, weiß sie. „Ich hatte
aber zu keinem Zeitpunkt Angst, dass es nicht wieder werden
wird. Auch nicht auf den Malediven. Ich habe mir nur
gedacht, das schaffe ich schon wieder!“
Heute geht es
Marion wieder relativ gut und im Herbst wird sie nach
Ägypten reisen, aber „meinem Mann zuliebe werde ich mich mit
wenigen Tauchgängen zufrieden geben“, sagt Marion lächelnd.
INTERVIEW
In einem Interview
erzählt uns Marion: „Mein Unfall und der ganze Ablauf danach
haben mir gezeigt, dass aqua med viel mehr bietet als
Versicherungsleistungen. Ich möchte sie gar nicht mit einer
Versicherung vergleichen. Eine Versicherung hätte wohl erst
mal nach einem Grund gesucht, meine Kosten nicht zu
bezahlen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, den Unfall bei
meiner Auslandskrankenschutz-Versicherung zu melden. Bei der
Erstmeldung muss man das Glück haben auf einen Kollegen mit
Mitarbeiterberechtigung zu treffen, was in meinem Fall ein
Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre.
Doch der
wichtigste Gesichtspunkt bei aqua med ist der
menschliche Aspekt. Die persönlichen Kontakte mit den
Mitarbeitern und Ärzten war für mich ein unbeschreiblich
schönes Gefühl! Das war und ist für mich eine große
Motivation, die mich auf meinem langen Weg der Genesung
positiv begleitet hat. Mit dieser Betreuung und
Unterstützung nach dem Unfall habe ich wirklich nicht
gerechnet. Wie das ganze ohne aqua med gelaufen wäre, möchte
ich mir nicht vorstellen. Ich bin stolz, dass die
dive card von aqua med zu meinen wichtigsten
Utensilien des Tauch-Equipments gehört.
Mein Mann
Günter hat bei diesem Unfall einen gewaltigen Schock
erlitten. Er hat zwar gemerkt, dass ich in den besten Händen
war, jedoch war er mit der Situation mehr als nur
überfordert. Da konnten ihm Telefonate mit unseren Freunden
und der Familie nur wenig helfen. Wenn wir die
professionelle und menschliche Hilfe sowie den seelischen
Beistand von aqua med nicht gehabt hätten, sähe die
Situation heute ganz anders aus. Vielen Dank nochmals an
dieser Stelle für alles!“