Notfallguide

Auffinden einer leblosen Person

  • Verschaffe Dir als erstes einen Überblick über die Situation

 Achte auf Sicherheit
Achte immer auf Eigenschutz und sichere Dich ab. Erst dann kümmerst Du Dich um den Verletzten!

Wende Dich dann der verunfallten Person zu und kontrolliere ihr Bewusstsein

Überprüfung des Bewusstseins

  • Verunfallte Person laut ansprechen und anfassen

Person ist bei Bewusstsein

Person ist bewusstlos

  • Atemkontrolle (sehen, hören, fühlen, max. 10 Sekunden)
  • Unmittelbar vorhandene Hilfe (Passanten, Fußgänger) herbeirufen, direkt ansprechen und Hilfe holen / Notruf absetzen lassen;
  • Betreue dann die verunfallte Person, bis professionelle Hilfe eintrifft

Rufe IMMER nach Hilfe und lass einen Notruf absetzen

Genaue Angaben sind wichtig (W-Fragen):

  • Wo ist der Unfall?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Personen sind verletzt / erkrankt?
  • Welcher Art sind diese Verletzungen / Erkrankungen?
  • Warten auf Rückfragen

  Notruf: 112

Du kannst auch uns anrufen, um Dir in diesem Fall weiter zu helfen:

+49 700 34835463 (d-i-v-e-l-i-n-e)
oder alternativ auch +49 421 222 27-22

Vorgehen bei bewusstloser Person

Atmung ist vorhanden

  • Stabile Seitenlage herstellen
  • ständige Kontrolle der Atmung
  • Gabe von 100 % O2 (nach Tauchunfall)
  • Bleibe bei der Person und warte bis der Rettungsdienst oder ein Arzt eingetroffen ist

Atmung fehlend

  • Beginne sofort eine Herzlungenwiederbelebung (HLW: 30 Herzkompressionen mit einer Frequenz von ca. 120/min  → (Merkregel: Rhythmus von Bee Gees: Stayin' Alive)
  • Beatme die Person, falls möglich, zweimal nach jeweils 30 Herzkompressionen
  • Versuche einen automatisch externen Defibrillator (AED) zu bekommen;
  • Falls kein AED vorhanden ist, führe die HLW weiter
  • Wenn ein AED zur Verfügung steht, folge den Anweisungen des Gerätes;
  • Wenn nötig, setzt der AED einen Stromstoß (auf Eigenschutz achten)
  • Wiederhole diese Punkte bis die verunfallte Person wieder eigenständig atmet oder ein Arzt eingetroffen ist

Wiederhole diese Punkte bis die verunfallte Person wieder eigenständig atmet oder ein Arzt eingetroffen ist.

Vorgehen bei einer Dekompressionserkrankung

Bei einer Dekompressionserkrankung (DCS) unterscheidet man zwischen leichten und schweren Symptomen

Leichte Symptome

  • Auffallende Müdigkeit (Fatigue)
  • Hautjucken
  • Gabe von 100% O2 (wenn möglich über Demand-Ventil)
  • Flüssigkeitsgabe (0,5 – 1l/h)
  • Wenn nach 30 Minuten noch Symptome vorhanden sind: Weiterbehandlung wie bei schweren Symptomen

Schwere Symptome

  • Schmerzen
  • Auffälligkeiten der Haut (Rötungen, Ausschlag, z. B. Cutis marmorata)
  • Taubheitsgefühle, „Ameisenkribbeln“
  • Starke Übelkeit/Schwindel/Hörverlust
  • Probleme beim Sprechen/Atmen/Bewegen
  • Gabe von 100 % O2 (wenn möglich über Demand-Ventil)
  • Flüssigkeitsgabe (0,5 – 1l/h), nicht bei Ohnmachtsgefahr
  • Druckkammertherapie einleiten

    Vorgehen bei leichten ODER schweren Symptomen

    • Rufe nach Hilfe und lass einen Notruf absetzen
    • Ist der Taucher bewusstlos, gehe vor wie im Notfallguide beschrieben
    • Achte auf Ruhiglagerung der Person. Keine Flachlagerung erzwingen!
    • Schütze die verunfallte Person vor Auskühlung oder Überhitzung
    • Vorsicht: Zeichen eines Tauchunfalls können auch verzögert auftreten!
      Behalte die Person und auch die Mittaucher im Auge bis der Rettungsdienst oder ein Arzt eingetroffen ist
    • Sichere die Ausrüstung und gib den Tauchcomputer dem Rettungsdienst mit