Corona und Tauchen – Tauchtauglichkeit, Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen

News Erstellt von Doc Steffi

Nach wie vor befinden wir uns in einer dynamischen Situation mit fortbestehenden Wissenslücken, die eine Änderungen der folgenden, nicht umfänglichen Einschätzung ergeben kann.

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) ist ein Virus, das sich über Luftwege in Tröpfchen verbreitet (Husten, Niesen, Nase putzen, feuchte Aussprache, o. Ä.).

Die korrekte persönliche Hygiene zur Infektionsprävention beinhaltet u. a. regelmäßiges Händewaschen für jeweils min. 20 Sekunden, Abstand halten und Vermeidung direkten Körperkontaktes sowie das Vermeiden der Berührung von Augen, Mund und Nase. Weitere Maßnahmen der persönlichen Hygiene sind Husten und Niesen in die Armbeuge sowie das korrekte Tragen eines Mund-Nasenschutzes.

Generell gilt, dass wir alle zu ressourcenschonendem Verhalten angehalten sind und durch Einschränkungen der taucherischen Aktivitäten (Unfallvermeidung) die Verfügbarkeit von Mitteln in der Gesundheitsfürsorge, z. B. für den Patiententransport und die Behandlung, schonen sollten. Derzeit ist die weltweite Druckkammersituation ebenfalls teilweise sehr angespannt, da viele Druckkammern geschlossen sind. Auch das sollte man bei seiner Tauchgangsplanung beachten.

Wichtig zu beachten ist, dass Atemausrüstung nicht gemeinsam verwendet wird. Dies ist aber nicht völlig auszuschließen im Fall eines out-of-air-Zwischenfalls unter Wasser. Auch die Verwendung von Leihausrüstungen kann ein Risiko für die Übertragung des Virus bedeuten, auch wenn es noch keine spezifischen Tests bezüglich der Überlebensfähigkeit des SARS-CoV-2-Virus auf Tauchausrüstung gibt. Wenn Leihausrüstung zum Einsatz kommt, dann sollte für den jeweiligen Kurs jedem Teilnehmer die Ausrüstung für die gesamte Kursdauer zur Verfügung gestellt werden. Taucherausrüstung sollte nach der Nutzung desinfiziert werden. Dies gilt insbesondere für Atemregler, BCDs, Schnorchel und Masken, die anprobiert/ benutzt werden. In Europa gibt es bei dem ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) eine Liste von Desinfektionsmitteln, die effektiv gegen das SARS-CoV-2-Virus einsetzbar sind. Unabhängig davon, welche der Maßnahmen oder Inhaltsstoffe gewählt werden, ist von allerhöchster Bedeutung, dass die Effektivität dieser Maßnahmen zur Desinfektion gegen das Coronavirus bewiesen und die Nutzung vom Hersteller der Tauchausrüstung freigegeben worden ist. Nach Möglichkeit sollte bei allen Tauchaktivitäten immer die eigene Ausrüstung verwendet werden.

Generell besteht das Risiko der Virusübertragung bei der Durchführung aller Module an Land, an der Wasseroberfläche und unter Wasser. Allerdings findet die Ausübung des Tauchsports typischerweise im 2er- oder 3er-Team statt, was das Infektionsrisiko verringert.

COVID-19 ist eine Erkrankung mit einer sehr großen Bandbreite der Erkrankungsschwere. Bei Nachweis von SARS-CoV2 erlischt eine vorhandene Tauchtauglichkeit.

Solange Symptome vorhanden sind, gleich welcher Art (Fieber, Husten, Kopfschmerz, Atemnot, Geruchs- oder Geschmacksstörung oder extreme Müdigkeit), muss auf das Tauchen verzichtet werden. Zu berücksichtigen ist, dass auch bei scheinbar symptomloser Infektion Veränderungen an Lunge, zentralem Nervensystem, Nieren oder Herz auftreten können.

Für die (Wieder-)Erteilung der Tauchtauglichkeit nach durchlaufener Infektion sollte ausschließlich ein tauchmedizinisch qualifizierter Arzt konsultiert werden. Das reine Abklingen der Symptome, wie bei einem grippalen Infekt, ist nicht ausreichend.

  • Taucher mit einem positiven Testergebnis auf COVID-19 und symptomlosem Verlauf sollten dabei mindestens einen Monat abwarten, bevor sie das Tauchen nach Untersuchung wieder aufnehmen können.
  • Taucher mit geringer Symptomatik sollten ein Dreimonatsintervall abwarten, bevor sie ihre Tauchtauglichkeitsuntersuchung erneuern.
  • Taucher mit ausgeprägterer Symptomatik, insbesondere der Lunge, benötigen nach einem Dreimonatsintervall (besser: Sechsmonatsintervall) im Rahmen der Tauchtauglichkeitsuntersuchung eine Untersuchung der peripheren Sauerstoffsättigung und ggf. ein hochauflösendes CT der Lunge; bei Herz-Kreislauf-Symptomen ist auch eine ergänzende Ergometrie sinnvoll.

Allgemein sollte im Rahmen der Tauchtauglichkeitsuntersuchung nach COVID-19-Infektion Wert auf ein EKG und eine Lungenfunktionsprüfung / Spirometrie gelegt werden (am besten im Vergleich zu Vorbefunden), um eine relevante Beteiligung dieser Organe ausschließenzu können. Sollten hier auffällige Werte erhoben werden, sind ergänzende Untersuchungen angezeigt (s. o.). Hierbei gilt es, besonderes Augenmerk auf postinfektiöse pulmonale Narben, pleurale Adhäsionen (Verwachsungen der Lungen-/Brustmembran), pulmonale Kavitäten (Hohlräume in der Lunge) und Fibrosen (krankhafte Vermehrung des Bindegewebes in Organen) zu legen.

Stand: Dezember 2020

 

Update Januar 2021:

In Zusammenhang mit einer COVID-Impfung ist keine Kontraindikation bezüglich Tauchen zu erwarten. Bei Nebenwirkungen gilt wie für alle Impfungen eine Tauchpause bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit.

 

 

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